Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement Christos Stylianides hat einen zweitägigen Besuch in Bangladesch begonnen, um sich einen Überblick über die Situation vor Ort und die EU-Projekte zur Bewältigung der Notlage der Rohingya-Flüchtlinge zu verschaffen.

Vor einer Woche hatten die EU und ihre Mitgliedstaaten zugesichert, dass sie zusammen mehr als 50 % des Betrags von 344 Mio. USD bereitstellen wollen, der auf der internationalen Konferenz über die Rohingya-Flüchtlingskrise in Genf zugesagt wurde.

„Hier in Bangladesch ist das Ausmaß dieser Notsituation erschreckend deutlich sichtbar, denn es handelt sich um die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise weltweit. Die EU hat ihre Hilfe für die Rohingya-Gemeinschaften deutlich aufgestocktDas Volk der Rohingya ist in diesen schwierigen Zeiten nicht allein. Wir begrüßen und unterstützen die großzügige Unterstützung, die die Behörden von Bangladesch leisten. Gleichzeitig setzt sich die Europäische Union weiterhin dafür ein, dass in Myanmar selbst humanitäre Hilfeleistungen uneingeschränkt erbracht werden können. Außerdem bemüht sich die EU darum, dass Verbesserungen der Lage im Norden des Bundesstaates Rakhin erzielt werden. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Flüchtlinge ordnungsgemäß registriert werden und Myanmar alle erforderlichen Schritte ergreift, um den Flüchtlingen eine freiwillige und würdige Rückkehr unter sicheren Bedingungen zu ermöglichen“ ,erklärte EU-Kommissar Stylianides.

EU-Kommissar Stylianides stattet heute dem Lager Kutupalong im Bezirk Cox’s Bazar einen Besuch ab. Dort erhalten dank eines EU-finanzierten Projekts mehr als 100 000 Menschen, vor allem schutzbedürftige Kinder und Frauen, Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.

Der EU-Kommissar wird außerdem Gespräche mit Vertretern der Regierung von Bangladesch und Partnern im Bereich der humanitären Hilfe führen, um die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Krise und den weiteren in Bangladesch bestehenden Bedarf zu erörtern.

Vor diesem Besuch hatte der EU-Kommissar einen Besuch in Myanmar im Mai dieses Jahres absolviert.

Hintergrund

Am 23. Oktober hat die Europäische Union in Genf gemeinsam mit Kuwait und in Partnerschaft mit dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und dem Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) die Geberkonferenz zur Rohingya-Flüchtlingskrise ausgerichtet. Die internationalen Geber kündigten Hilfeleistungen in Höhe von mehr als 344 Mio. USD an, um die sowohl von den Rohingya als auch den Aufnahmegemeinschaften in Bangladesch dringend benötigte humanitäre Hilfe umgehend aufzustocken.

Durch die am 23. Oktober zugesagte Bereitstellung von 30 Mio. EUR aus dem EU-Haushalt steigt die von der Kommission gewährte Unterstützung für die Rohingya und ihre Aufnahmegemeinschaften in Bangladesch und Myanmar auf 51 Mio. EUR für das Jahr 2017.

Die Europäische Union finanziert seit 1994 über internationale NRO und die Vereinten Nationen humanitäre Programme in Cox‘s Bazar. Seit 2007 hat die EU über 163 Mio. EUR für Bangladesch bereitgestellt. Davon entfielen rund 43 Mio. EUR auf die medizinische Grundversorgung, Wasserversorgung und Sanitäreinrichtungen, Unterkunft, Ernährung, Schutz und psychologische Betreuung für die Rohingya.

In Myanmar hat die EU seit 2010 mehr als 76,5 Mio. EUR für humanitäre Hilfe zugunsten gefährdeter Personen im Bundesstaat Rakhine, einschließlich der abgelegenen Gebiete im Norden, bereitgestellt, die Christos Stylainides im Mai dieses Jahres als erster EU-Kommissar besucht hat. Im Jahr 2017 wird mit den EU-Finanzhilfen im Bundesstaat Rakhine auf den dringendsten Bedarf an Lebensmitteln und Nahrungsergänzung, medizinischer Grundversorgung, Wasserversorgung und Sanitäreinrichtungen sowie Schutz und Unterkunft für die durch die Gewaltausbrüche in den Jahren 2012 und 2016 vertriebenen Gemeinschaften eingegangen.

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